Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist wahrscheinlich 1190 als romanische Kreuzbasilika errichtet worden.  1517 – 1563 erfolgte der Umbau von Chor und Kirchenschiff zu einer Gotischen Hallenkirche. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche war bis zu ihrer Zerstörung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges am 28./29.04.1945 ein Kleinod norddeutscher Backsteinkunst. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Rathenow. Nach dem Ende des Krieges konnte man nur unter großen Mühen das Kirchendach über dem Schiff schließen und seit dem 06.09.1959 wird das Kirchenschiff wieder als Kirche benutzt.  Der Zugang zum Chor wurde zugemauert und bis 1990 waren hohe Bäume  auf dem Schutt im Chor gewachsen. Der Turm fristete sein Dasein als Torso, denn in den siebziger Jahren musste das oberste Stockwerk abgetragen werden.

Am 15.09.1996 gründete sich der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V., der sich das Ziel gesetzt hatte, die Kirche zum Lobe Gottes wieder in ihrer alten schönen Form aufzubauen. Die erste Spendenaktion betraf  die Fenster im Chorraum, den die Gemeinde  bis 1995 wieder aufgebaut hatte. Mit Unterstützung des Förderkreises konnte 2001 der Turm wieder aufgebaut werden, 2010 die Kreuzgewölbe im Kirchschiff und 2011 in der Marienkapelle neu eingefügt werden. Das Dach der Andreaskapelle wurde saniert und mit dem alten Templerkreuz neu gekrönt. Die Fassaden wurden erneuert und im Kirchenschiff neue Fenster aus Goetheglas eingesetzt.

Bis 2015 hatte der Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow e. V. über eine Million an Spendengeldern aufgebracht und für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. 2011 gab der Gründer und Vorsitzende des Förderkreises Dr. Heinz-Walter Knackmuß ein Buch über die Kirche heraus. Der Wiederaufbau ist noch lange nicht abgeschlossen. Es fehlen noch die drei Kreuzgewölbe im Chorraum, die Emporen, eine neue Schuke-Orgel und die Nachschnitzung der Barocken Kanzel, die ein einmaliges Kunstwerk darstellte. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist ein Touristenmagnet, denn der 98,80 m hohe Turm hat in 51 m Höhe eine Aussichtsplattform, von der man einen grandiosen Blick über das Havelland hat.  Die Kirche ist auch ein spirituelles und kulturelles Zentrum der Stadt geworden. Ausstellungen, Konzerte und Gottesdienste wechseln sich das ganze Jahr über in der Kirche ab. Die Akustik ist mit dem Wiederaufbau der Kreuzgewölbe im Kirchenschiff so gut geworden, dass viele Künstler in der Kirche auftreten wollen.

Wann der Wiederaufbau der Kirche abgeschlossen sein wird, kann man heute noch nicht sagen. Es fehlt noch ein großzügiger Mäzen. Das Wichtigste bleibt aber dennoch, die Bitte der Menschen um Gottes Segen für die Stadt Rathenow, ihre Menschen und den Wiederaufbau ihres Gotteshauses. Dr. Heinz-Walter Knackmuß


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