Am 29. Mai 1932 wurde die Lutherkirche in Rathenow, gelegen in der Jahnstraße 1, durch den damaligen Generalsuperintendenten Dr. Otto Dibelius eingeweiht. Er begann seine Predigt mit den Worten: "in Rußland macht man aus Kirchen Fabriken, in Rathenow hat man aus einer Fabrik eine Kirche geschaffen".
 
Vor dem 1. Weltkrieg Tanzlokal „Birkenwäldchen", dann während des Krieges als Lazarett genutzt, später Optische Fabrik, die in der Weltwirtschaftskrise 1931 Konkurs anmelden und zwangstversteigert werden mußte, nutzte die evangelische Kirchengemeinde die Gelegenheit, das Grundstück zu erwerben und endlich eine Kirche in der Neustadt zu errichten. 24 Jahre zuvor hatte der junge Pfarrer und spätere Superintendent Georg Heimerdinger begonnen, für eine Kirche in der Neustadt Spenden zu sammeln. Durch den Krieg und die Inflation waren fast alle Mittel, auf dem Lutherplatz eine große Kirche zu bauen, verlorengegangen.
 
In nur einem dreiviertel Jahr wurden ein Kirchsaal, Gemeinderäume, ein Kindergarten, eine Schwesternstation und eine Hausmeisterwohnung errichtet. Auch zum Ende des 2. W.eltkrieges diente die Kirche wieder als Lazarett, das große Rote Kreuz auf dem Dach hat sie wohl vor der Zerstörung bewahrt. Schon im Juni 1945 fanden wieder Gottesdienste statt. Auch der Kindergarten wurde wieder eröffnet. 1969/1970 fand eine umfassende Renovierung des Kirchsaales statt, der halbrunde Altarbereich wurde begradigt, um mehr Räume für den Kindergarten zu schaffen. Eine neue Schuke-Orgel ersetzte 1972 die kleinere Orgel, die durch die Anordnung der Pfeifen auf dem Dachraum über dem Altar und dem Spieltisch im Kirchsaal Mängel erkennen ließ. Zum 50jährigen Jubiläum der Lutherkirche hat der Rathenower Maler Gerhard Henschel ein Altarbild in der Form eines Kreuzes geschaffen mit der Aussage: Ich bin der Weg - Ich bin das Licht" Der Steinmetzmeister Christian Eißer fertigte 1985 den Taufstein als sein Meisterstück. Der passende Leuchter dazu ist ein Geschenk von Pfarrer Baruth.

Übervoll war die Lutherkirche zu den Friedensgebeten in den Novembertagen 1989, denen sich die friedlichen Demonstrationen durch die Stadt anschlossen.